In Straßbessenbach fing alles an
Die Gemeinde Bessenbach, ein Ort in der Nähe von Aschaffenburg, wirbt auf ihrer Homepage damit, das "Tor zum Spessart" zu sein. Für Marcel Schäfer war Bessenbach darüber hinaus das Tor zu einer steilen Karriere im Profifußball. Im Ortsteil Straßbessenbach schnürte er mit fünf Jahren zum ersten Mal seine Fußballschuhe und schloss sich dem SV Eintracht Straßbessenbach an. Bis zur C-Jugend spielte er für diesen Klub, bevor es ihn zu einem größeren Verein zog, Viktoria Aschaffenburg. Hier trainierte er unter seinem Vater Markus, der einst für die Viktoria in der 2. Bundesliga gespielt hatte.
1999, beim Länderpokal in Duisburg, wurden die Talentscouts von 1860 München auf Marcel aufmerksam, so dass er im Sommer 2000, noch vor seinem 16. Geburtstag, die Heimat verließ und ins ferne München zog. Auch Eintracht Frankfurt hatte Interesse an den Spielkünsten des Bayers bekundet, doch Marcel gab den Löwen den Vorzug: "1860 hat mich und meine Eltern für eine Woche eingeladen, um uns alles zu zeigen und zu erläutern. Die dabei gewonnenen Eindrücke haben mich derart beeindruckt, dass ich mich für einen Wechsel in die bayrische Hauptstadt entschied." Auch die Tatsache, dass mit Daniel Baier und Simon Schmidt zwei gleichaltrige Freunde zu den Löwen wechselten, war ein zusätzlicher Grund für diese Entscheidung. Doch auch mit der Unterstützung der besten Freunde vor Ort war es anfangs eine harte Zeit für Marcel - mehr als einmal kämpfte er mit dem Heimweh. Sportlich erwies sich der Wechsel zu den Löwen aber als goldrichtige Entscheidung.
Zunächst bei den Amateuren, dann bei den Profis entwickelte sich Marcel stetig weiter und ließ sich auch von einem Kreuzbandriss, der ihn im Alter von 17 Jahren ereilte, nicht aus der Bahn werfen. In der A-Jugend schulte der bisherige Mittelfeldspieler zum Abwehrspieler um. "Der Wechsel vom klassischen Libero-System zu einer Taktik mit einer Viererkette kam damals richtiggehend in Mode", erinnert er sich. "Und mir hat die neue Position gut gefallen. Da ich schon immer auf der linken Seite zu Hause war, fiel es mir auch nicht schwer, vom Mittelfeld in die Abwehr zu rücken." Am 1. November 2003 debütierte Marcel im Profifußball, als er beim Erstligaspiel zwischen 1860 und dem VfL Bochum eingewechselt wurde. Die Löwen stiegen in jenem Jahr zwar ab, doch Marcel war weiter auf dem Weg nach oben: In den folgenden Jahren etablierte er sich als Stammkraft bei 1860.
Bei einem Testspiel des TSV gegen den VfL Wolfsburg im Juli 2007 wurde schließlich ein gewisser Felix Magath auf Marcel aufmerksam und holte ihn daraufhin in die Autostadt. Bei den Wölfen wurde Marcel schon in seiner ersten Saison zu einer festen Größe und stand in 29 Bundesliga-Partien auf dem Feld. In der Meistersaison 2008/2009 verpasste er sogar kein einziges Ligaspiel und verteidigte 34-mal für den VfL, hinzu kamen acht UEFA-Cup und vier DFB-Pokal-Spiele. Auch in das Blickfeld von Bundestrainer Joachim Löw spielte sich der Linksverteidiger bereits: Beim Freundschaftsspiel gegen England im November 2008 kam Marcel zu seinem ersten Einsatz im DFB-Dress, im WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan im August 2009 folgte der erste Pflichtspieleinsatz.
Schäfer und der VfL - das scheint mehr als gut zu passen. Nur logisch, dass daher im Dezember 2008 das Arbeitspapier von Marcel Schäfer vorzeitig bis 2012 verlängert wurde. Genügend Zeit, um mit dem VfL in der Bundesliga und der Champions League noch viel zu bewegen.
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| Saison | Verein | Spiele | Tore |
| 2010/2011 | VfL Wolfsburg | - | - |
| 2009/2010 | VfL Wolfsburg | 31 | - |
| 2008/2009 | VfL Wolfsburg | 34 | - |
| 2007/2008 | VfL Wolfsburg | 29 | 6 |
| 2006/2007 | TSV München 1860 | - | - |
| 2005/2006 | TSV München 1860 | - | - |
| 2004/2005 | TSV München 1860 | - | - |
| 2003/2004 | TSV München 1860 | 1 | - |